Forschung

  • In die Irre geführt: Solide und gefälschte Quellenangaben unterscheiden lernen

    Wir werden laufend mit wichtigen, entscheidungsrelevanten Informationen konfrontiert – häufig im Rahmen der Nutzung des Internets und von Social Media.

    Dabei können wir uns nicht immer auf das verlassen, was als angebliche Tatsachen präsentiert wurde: Unterschiedliche Quellen können einander widersprechen, und manchmal gibt es trotz anderslautender Behauptungen der Absender keine dahinterliegende Wahrheit

  • Optimale Entscheidungen erfordern mehr als Intelligenz!

    Ergebnis aktueller psychologischer Studien Bereits über ein Jahrzehnt mehren sich Befunde zur menschlichen Vernunft in der psychologischen Forschung – hierauf weist beispielsweise der amerikanische Kognitions-Psychologe Keith E. Stanovich[1] gemeinsam mit seinen Kollegen hin: Zwar wird seit 100 Jahren die Intelligenz menschlicher Individuen gemessen und versucht, den Intelligenz Quotienten – den IQ – zu bestimmen. – Dieser IQ einer Person hat zwar hohe Aussagekraft bei der Bestimmung der kognitiven Kompetenz einer Person. Doch es zeigt sich immer mehr, dass die durch Intelligenztests bestimmten Denkprozesse wichtige Felder der menschlichen Rationalität auslassen. Insbesondere bei der Bewertung der Fähigkeit von Individuen, rationale…

  • Visuelle Aufmerksamkeit erhöht die subjektiv empfundene Emotionalität von Bildern

    Emotion versus Aufmerksamkeit The relative intensity of two sensations may be changed when one of them is attended to and the other is not. William James (1) Wie Emotion ist Aufmerksamkeit ist ein wichtiges Konzept,eine grundlegende psychische Funktionen: Unsere tägliche Erfahrung ist dadurch geprägt, welche Objekte wir aufmerksam wahrnehmen. Es stellt sich die Frage, wie sich die psychischen Funktionen Emotion und Aufmerksamkeit im Einzelnen gegenseitig beeinflussen. – Von der Psychologie bereits bestätigt ist, dass Emotionen den Grad der Aufmerksamkeit gegenüber Erfahrungsinhalten erhöhen – etwa gegenüber Bildern. Die Autoren der hier zusammengefassten Studie haben die umgekehrte Kausalität untersucht und…

  • Vorurteile überwinden? – Wenn Argumente scheitern …

    Verlorene Mitte – feindselige Zustände Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat Ende April 2019 eine Studie zur Verbreitung von rechtsextremen, menschenfeindlichen und weiteren antidemokratischen Meinungen in der deutschen Gesellschaft vorgelegt. Insgesamt macht die Studie, die unter dem Titel „Verlorene Mitte – feindselige Zustände: Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2018/19“ veröffentlicht wurde deutlich: Zwar lassen die telefonisch geführte Befragung hoffen, dass in der Bevölkerung eine hohe Zustimmung zur Demokratie besteht. Nicht zu überhören sind Äußerungen, die auf antidemokratische sowie menschenfeindliche Haltungen gegenüber Angehörigen diverser Bevölkerungsgruppen hindeuten. „Arbeit gegen Vorurteile“ fordern die Studienautoren deshalb in ihrer Ergebniszusammenfassung. Beim Nachdenken über diese „Vorurteils-Arbeit“ schließen sie…

  • Können die Leugner des Klimawandels die Erd-Erwärmung aufhalten?

    Fakten zum Klimaschutz-Skeptizismus in Deutschland Klimaschützer, die sich für aktuelle Forschungsergebnisse interessieren, können seit Jahren auf reichlich Lesestoff zurückgreifen. Es erschienen zahlreiche Studien, die den Rückgang des öffentlichen Interesses an Klimaschutz-Fragen und den parallelen Anstieg des sogenannten „Klimaschutz-Skeptizismus“ analysieren. Viele Beobachter halten die hiermit angesprochene, von dem amerikanischen Soziologen Riley E. Dunlap beschriebene „Produktion von Zweifel“ für ein typisch US-amerikanisches oder angelsächsisches Phänomen.   Mit der Veröffentlichung des sogenannten „Hockeyschläger-Verlauf“ der Klimageschichte begannen im Jahr 1999 die Kampagnen von Klimawandel-Leugnern gegen die Verbreitung der Ergebnisse der Klimaforschung. Die Hockeyschläger-Kurve von 1999 ist blau eingezeichnet, die grünen Punkte basieren…

  • Konzeptions-Werkzeug: Wie kann Kommunikation von A bis Z gestaltet werden?

    Kommunikations–Prozesse können „modelliert“ werden. Kurz, kommunizierende Individuen stehen sowohl in horizontalen als auch in vertikalen Beziehungen zu anderen Personen und Teilsystemen. (1) Paul Watzlawick, Janet H. Beavin, Don D. Jackson Die Analyse von Kommunikation In empirischen Wissenschaften ist es üblich mit systemischen Konzepten – beispielsweise mit kybernetischen Modellen zu arbeiten. Auch in der Praxis bietet sich systemisches Vorgehen an: Der Nutzen des System-Modells und der darauf aufbauenden Begrifflichkeit liegt in der gezielten Anregung unserer kreativen Vorstellungskraft. Das Modell »beflügelt« auf der einen Seite die Fantasie der Analytikerin, trägt aber auf der anderen der Hypothesengeleitetheit unseres Erkenntnisprozesses Rechnung. Der intellektuelle Horizont der…

  • Geteiltes Leid ist doppeltes Leid!

    Umfassende soziale Prägung Tagtäglich fühlen wir uns als von unserem Umfeld losgelöste und emanzipierte Wesen – als Individuen. Doch empirische Forschung der letzten Jahrzehnte macht immer deutlicher, wie umfassend unsere Prägung durch unser soziales Umfeld ist. Blicken wir auf die Evolution: Die Anforderungen des Zusammenlebens in immer größeren Gruppen begleiteten die Entwicklung des menschlichen Neocortex, der neuronalen Grundlage von autonomem Denken und Handeln. Sozio-neurologische Untersuchen zeigen, dass in unserem Großhirn ständig Prozesse ablaufen, die darauf abzielen, den Status unserer Gruppenbeziehung zu überwachen. Wir sind ständig neuronal-kollektiv vernetzt. Gruppenwesen sind wir durch-und-durch – selbst die Struktur und Funktionsweise unseres…

  • Ihr Herz wurde gebrochen? Nehmen Sie ein Aspirin!

    In einem kürzlich in den USA veröffentlichen Buch über aktuelle Ergebnisse der Neurowissenschaften wird von einer höchst interessanten Studie berichtet: Probanden wurden danach gefragt, was sie mehr fürchten – den Tod oder den Auftritt als Rednerin oder Redner vor einem großen, unbekannten Publikum. Wer hätte das gedacht: Die Mehrzahl der Befragten schätzte die Angst vor der Rede am höchsten ein. Ein amerikanischer Comedian schloss daraus, dass es Besuchern einer großen Trauerfeier offenbar lieber sein könnte, im Sarg vorne am Altar zu liegen, als die Trauerrede  davor halten zu müssen. Tiefsitzende Angst vor sozialer Ausgrenzung Doch Scherz beiseite: Was…

  • Dunning-Kruger-Effekt: So lässt sich Inkompetenz bändigen!

    Die Tragik der Unfähigkeit: Blind gegenüber der eigenen Beschränktheit Stellen Sie sich auch manchmal diese Fragen? Wie kommt es, dass es uns oft nicht gelingt, in der Zusammenarbeit etwa mit Kollegen zu einem befriedigenden gemeinsamen Ergebnis zu kommen? Obwohl wir doch über bestens bewährtes – sogar empirisch-wissenschaftlich geprüftes – Wissen verfügen? Warum gelingt es nicht, dieses solide Wissen in erfolgreiches Handeln umzumünzen? Was geht da schief? Viele unterschiedliche Gründe ließen sich dafür auflisten. Eine besonders prägnante und ständig wieder auftauchende Ursache stellt die Unqualifiziertheit von Personen dar, die ihre Fähigkeiten systematisch überschätzen. Diese Inkompetenz hat das Potenzial, den…